„Friseur Fachbegriffe“ meint in diesem Artikel nicht Balayage oder Undercut, sondern die Fachsprache rund um Haargesundheit, Haarausfalldiagnostik und KI-gestützte Haaranalysen. Wer einen Scanbericht in der Hand hält, stolpert schnell über Begriffe wie Miniaturisierung, Telogen-Anteil oder SALT-Score. Dieses Glossar übersetzt sie in verständliche Sprache, damit du deinen Bericht liest wie eine Fachperson.
- Haarzyklus-Phasen: Anagen, Katagen, Telogen
- SALT-Score bei Alopecia areata
- Tracking-Metriken, wie sie etwa Myhair in Scans ausweist
Profi-Tipp: Notiere dir beim ersten Scan die Ausgangswerte. Ohne Baseline lässt sich keine Entwicklung sauber einordnen.
Wichtige Erkenntnisse
Wer Scanberichte richtig liest, erkennt Veränderungen am Haar früher als am bloßen Auge, weil Miniaturisierung und Telogen-Anteil objektiv messbar sind, lange bevor sichtbarer Haarausfall auftritt.
| Thema | Details |
|---|---|
| Haarzyklus kennen | Anagen, Katagen und Telogen bestimmen, warum täglich etwa fünfzig Haare normal ausfallen. |
| Miniaturisierung beobachten | Ein wachsender Anteil feiner Vellushaare ist oft das früheste Warnsignal im Bericht. |
| Telogen-Anteil einordnen | Ein erhöhter Wert kann auf telogenes Effluvium hindeuten und sollte über mehrere Scans verfolgt werden. |
| Grenzen der KI akzeptieren | Ein einzelner Scan ersetzt keine Verlaufsbeurteilung und keine ärztliche Diagnose bei Warnsignalen. |
| Myhair für Tracking nutzen | Die Plattform übersetzt Fachbegriffe in ein verständliches Dashboard mit Verlaufskurven und Produktempfehlungen. |
Inhaltsverzeichnis
- Kernbegriffe zur Haargesundheit einfach erklärt
- Wie funktioniert eine KI-gestützte Haaranalyse?
- Was bedeuten deine Scan-Werte konkret?
- Wo stoßen KI-Analysen an ihre Grenzen?
- So sprichst du mit Fachpersonen über deinen Bericht
- Warum dieses Glossar entstanden ist
- Verstehe deinen Bericht direkt in der App
- Quellen
Kernbegriffe zur Haargesundheit einfach erklärt
Ein Scanbericht wirft mit Fachbegriffen um sich, die auf den ersten Blick kryptisch wirken. Die meisten davon drehen sich um drei Dinge: den Haarzyklus, den Haartyp und die Messmethode. Wer diese drei Bausteine versteht, kann jeden Bericht entschlüsseln.
Der Haarzyklus in drei Phasen
Jedes Haar durchläuft einen Zyklus. Die Anagenphase ist die Wachstumsphase und dauert mehrere Jahre. Ein großer Anteil aller Follikel befindet sich laut den MSD Manuals zu jedem Zeitpunkt in dieser Phase. Danach folgt die Katagenphase, eine kurze Übergangsphase, die nur einen kleinen Teil der Follikel betrifft. Zum Schluss kommt die Telogenphase, die Ruhephase, in der das Haar ausfällt und der Follikel sich über einige Monate erholt. Ein täglicher Verlust von etwa fünfzig bis hundert Haaren gilt dabei als normal, keine Krankheit, sondern schlicht Nachschub.

Haartypen und was sie über deine Kopfhaut verraten
Nicht jedes Haar ist gleich kräftig. Terminalhaare sind dick, pigmentiert und lang, das klassische Kopfhaar eben. Intermediärhaare liegen dazwischen, dünner als Terminalhaare, aber noch sichtbar strukturiert. Vellushaare sind die feinen, kaum sichtbaren Flaumhaare. Wandert ein Follikel von Terminal zu Vellus, spricht man von Miniaturisierung, einem der wichtigsten Warnsignale in jedem Scanbericht.

Begriffe aus der Trichoskopie
Die Trichoskopie, auch videodermatoskopische Bildgebung genannt, ist die Untersuchung von Kopfhaut und Haarfollikeln unter starker Vergrößerung. Kommerzielle Systeme arbeiten mit Mikrokameras, die zwischen 50 und 200-facher Vergrößerung auflösen, teils ergänzt durch UV-Licht zur Sichtbarmachung von Ablagerungen, wie bei Analyse-Systemen von YELASAI beschrieben. Aus diesen Aufnahmen berechnen Algorithmen die Follikelzählung und die Haardichte, also wie viele Follikel und Haare pro Quadratzentimeter Kopfhaut vorhanden sind.
Bei Alopecia areata kommt zusätzlich der SALT-Score ins Spiel, eine Prozentzahl, die den Anteil des betroffenen Kopfhautareals angibt. Ein SALT-Wert von 30 bedeutet: 30 % der Kopfhaut zeigen Haarausfall.
Diagnosen, die im Bericht auftauchen können
- Androgenetische Alopezie: hormonell bedingter, meist erblicher Haarausfall, bei dem Dihydrotestosteron eine zentrale Rolle spielt.
- Telogenes Effluvium: diffuser Haarausfall, ausgelöst etwa durch Stress, Fieber oder Eisenmangel, bei dem zu viele Follikel gleichzeitig in die Ruhephase wechseln.
- Alopecia areata: kreisrunder Haarausfall mit scharf begrenzten kahlen Stellen, oft autoimmun bedingt.
- Narbige Alopezie: Follikel werden dauerhaft zerstört und durch Bindegewebe ersetzt, hier wächst nichts mehr nach.
Wer diese Begriffe einmal klar zugeordnet hat, verliert vor dem nächsten Scan-Termin die Unsicherheit. Weitere Definitionen findest du im Glossar zu Fachbegriffen rund ums Haar.
Wie funktioniert eine KI-gestützte Haaranalyse?
Der Ablauf folgt immer demselben Muster: Aufnahme, Auswertung, Report. Eine Mikrokamera fotografiert die Kopfhaut in hoher Vergrößerung, oft kombiniert mit Weißlicht und UV-Licht. Ein neuronales Netz identifiziert anschließend jeden einzelnen Follikel und ordnet ihn einem Haartyp zu, Terminal, Intermediär oder Vellus.
- Bildaufnahme mit Mikrokamera in 50 bis 200-facher Vergrößerung
- Algorithmus erkennt und zählt Follikel automatisch
- Klassifikation nach Haartyp und Wachstumsphase
- Berechnung von Dichte, Miniaturisierungsgrad und Trendkurve
Deep-Learning-Modelle übernehmen dabei die Aufgabe, die früher Fachleute unter dem Mikroskop manuell erledigt haben: das Zählen und Klassifizieren feinster Strukturen. Genau das macht Ergebnisse über mehrere Monate hinweg vergleichbar.
Die größte Stärke solcher Systeme liegt nicht in der einzelnen Momentaufnahme, sondern darin, dass Algorithmen Follikel über verschiedene Zeitpunkte hinweg objektiv vergleichen können, was besonders bei der Beurteilung von Pflegeprodukten oder Wachstumsbehandlungen hilft.
Ein typisches Dashboard zeigt vier Werte: die aktuelle Haardichte, den Anteil miniaturisierter Haare, das Verhältnis von Telogen zu Anagen und eine Trendlinie, die alle bisherigen Scans verbindet. Diese Objektivierbarkeit ist der eigentliche Fortschritt gegenüber der reinen Blickdiagnose.
Was bedeuten deine Scan-Werte konkret?
Zahlen allein helfen wenig ohne Einordnung. Eine sinkende Haardichte wird erst dann klinisch relevant, wenn sie sich über mehrere Scans hinweg fortsetzt, nicht nach einer einzigen Messung. Einmalige Ausreißer kommen vor, etwa durch Lichtverhältnisse oder Styling-Reste.
- Miniaturisierung steigt: Ein wachsender Anteil feiner Vellushaare deutet auf einen aktiven Ausdünnungsprozess hin, hier lohnt sich oft eine gezielte Pflegeanpassung.
- Telogen-Anteil erhöht: Liegt der Wert deutlich über dem üblichen Bereich, kann das auf ein telogenes Effluvium hindeuten, häufig ausgelöst durch Stress oder Mangelzustände.
- SALT-Score verändert sich: Bei Alopecia areata zeigt ein sinkender SALT-Wert eine Verbesserung, ein steigender Wert signalisiert fortschreitenden Verlust.
Profi-Tipp: Plane feste Scan-Intervalle, etwa alle acht bis zwölf Wochen. Kürzere Abstände liefern zu viel Rauschen, längere lassen echte Trends verschwimmen.
Bei auffälligen Trends über mehrere Messzeitpunkte hinweg ist ein Gespräch mit einer Dermatologin oder einem Trichologen sinnvoller als weiteres Abwarten.
Wo stoßen KI-Analysen an ihre Grenzen?
Ein Scan ist immer nur eine Momentaufnahme. Der Haarzyklus ist dynamisch, weshalb erst wiederholte Messungen über Monate verlässliche Trends zeigen. Styling-Produkte, schlechte Beleuchtung oder ungewaschenes Haar können Messwerte verfälschen.
- Plötzlicher, massiver Haarausfall
- Klar abgegrenzte kahle Stellen
- Entzündungen, Rötung oder Schuppung der Kopfhaut
- Verlust von Augenbrauen oder Wimpern
KI-gestützte Systeme unterstützen die Diagnose und das Monitoring, ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung, besonders wenn Trichoskopie allein keine eindeutige Einordnung erlaubt und eine Biopsie nötig wird.
Diese Diagnosemethoden bei Haarverlust zeigen, wann eine Überweisung sinnvoll ist. KI bleibt Entscheidungshilfe, nicht Ersatz für die ärztliche Abklärung.
So sprichst du mit Fachpersonen über deinen Bericht
Vor dem Termin lohnt sich eine kurze Vorbereitung.
- Notiere Scan-Datum und untersuchte Kopfhautregionen.
- Nenne die Hauptwerte: Dichte, Telogen-Anteil, Miniaturisierungsgrad, bei AA den SALT-Score.
- Bereite konkrete Fragen vor, etwa: „Wie hat sich die Miniaturisierung in drei Monaten verändert?“
- Screenshots und Trendgrafiken vorab per E-Mail teilen spart Zeit im Gespräch.
Warum dieses Glossar entstanden ist
Fachsprache verunsichert. Genau deshalb hat Myhair, unter Mitwirkung von Cyriac, dieses Glossar zusammengestellt. Klarheit über Begriffe wie SALT-Score oder Miniaturisierung führt zu realistischeren Erwartungen und besseren Behandlungsentscheidungen. Wer versteht, was ein Wert bedeutet, trifft ruhigere Entscheidungen, statt bei jeder Schwankung in Panik zu geraten.
Verstehe deinen Bericht direkt in der App
Fachbegriffe im Kopf zu behalten ist das eine, sie im eigenen Bericht wiederzufinden das andere. Myhair übersetzt genau diese Werte, Haardichte, Telogen-Anteil, Miniaturisierungsgrad, in ein Dashboard, das ohne Fachwörterbuch verständlich bleibt.

Nach dem Hochladen eines Fotos berechnet die Plattform deinen aktuellen Hair-Score und zeigt, wie sich einzelne Metriken über Zeit entwickeln. Die Basisfunktionen sind kostenlos nutzbar, für detailliertere Verlaufsanalysen und individuelle Produktempfehlungen gibt es ein kostenpflichtiges Premium-Angebot. Wenn du wissen willst, wo du gerade stehst, lohnt sich der erste Schritt: Starte das Onboarding und lade deinen ersten Scan hoch.
Quellen
Wer tiefer einsteigen möchte, findet in diesen Quellen fundierten Hintergrund zu Haarzyklus, Diagnostik und KI-Methoden.
- Alopezie – MSD Manuals
Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen und ersetzt nicht die Beratung durch einen qualifizierten Arzt. Wenden Sie sich an eine qualifizierte medizinische Fachperson zu Ihrer persönlichen Lage, bevor Sie auf Grundlage dieses Inhalts handeln.
