Ja, Lasertherapie kann Haarausfall verlangsamen und bei geeigneten Patienten die Haardichte messbar erhöhen. Das gilt vor allem für androgenetische Alopezie im frühen bis mittleren Stadium sowie diffuse Ausdünnung, solange noch reaktionsfähige Haarfollikel vorhanden sind. Wer bereits vollständig kahle Stellen ohne aktive Follikel hat, wird von der Behandlung kaum profitieren. Im Vergleich zu Minoxidil oder Finasterid ist die Lasertherapie bei Haarausfall keine schnellere Lösung, aber eine gut verträgliche Alternative oder Ergänzung, besonders für Patienten, die Medikamente vermeiden möchten.
Drei Faktoren entscheiden, ob sich die Behandlung für Sie lohnt:
- Stadium: Je früher der Haarausfall behandelt wird, desto besser die Aussichten. Fortgeschrittene Kahlheit spricht kaum noch an.
- Bereitschaft zur Dauertherapie: Lasertherapie ist kein einmaliger Eingriff. Erhaltungsbehandlungen sind langfristig nötig, um den Effekt zu halten.
- Kosten und Aufwand: Mehrere Sitzungen über Monate, dazu regelmäßige Nachbehandlungen, das summiert sich. Wer das nicht einplant, wird enttäuscht sein.
Eine Netzwerk-Metaanalyse von Gupta et al. stufte die Niederenergie-Lasertherapie (Low-Level-Lasertherapie, kurz LLLT) mit einer 92-prozentigen Wahrscheinlichkeit als wirksamste nicht-chirurgische Methode gegen androgenetische Alopezie ein. Das ist ein starkes Signal, aber kein Freifahrtschein: Fachärztliche Diagnostik vor dem ersten Termin ist Pflicht, nicht Option.
Inhaltsverzeichnis
- Wie wirkt Lasertherapie auf Haarfollikel und Kopfhaut?
- Welche Lasersysteme gibt es, und was unterscheidet sie?
- Für wen ist Lasertherapie geeignet, und wann wirkt sie nicht?
- Wie läuft eine Lasertherapie ab?
- Wann zeigen sich Ergebnisse, und was ist die Shedding-Phase?
- Vorteile, Nachteile und mögliche Nebenwirkungen
- Wie sind die Kosten aufgebaut, und worauf sollten Sie achten?
- Lasertherapie im Vergleich zu anderen Behandlungen
- Wie erkennen Sie eine seriöse Praxis für Lasertherapie?
- Was sagen Studien wirklich zur Wirksamkeit?
- Wichtige Erkenntnisse
- Wann ich Lasertherapie empfehlen würde
- Myhair hilft Ihnen, den Überblick zu behalten
- Weiterführende Quellen zur Vertiefung
Wie wirkt Lasertherapie auf Haarfollikel und Kopfhaut?
Der Fachbegriff lautet Photobiomodulation. Rotes oder nahinfrarotes Licht mit einer Wellenlänge von typischerweise 630–670 Nanometern dringt in die Kopfhaut ein und wird von Mitochondrien in den Haarfollikelzellen absorbiert. Das kurbelt die ATP-Produktion an, also die zelluläre Energieversorgung. Mehr ATP bedeutet mehr Aktivität in ruhenden Follikeln, mehr Zellproliferation und eine Verlängerung der Wachstumsphase (Anagenphase) des Haarzyklus.
Dazu kommen antiinflammatorische Effekte: Studien zeigen, dass LLLT Entzündungsmediatoren in der Kopfhaut reduziert und die Mikrozirkulation verbessert. Beides begünstigt die Follikelgesundheit. Stammzellen im Haarfollikel werden aktiviert, Wachstumsfaktoren ausgeschüttet.
Der Ablauf auf zellulärer Ebene lässt sich so skizzieren:
- Lichtabsorption: Chromophore in den Mitochondrien (vor allem Cytochrom-c-Oxidase) nehmen das Laserlicht auf.
- Zelluläre Reaktion: ATP-Synthese steigt, reaktive Sauerstoffspezies werden moduliert, Entzündungssignale gedämpft.
- Follikelstimulation: Stammzellen im Bulge-Bereich des Follikels werden aktiviert, die Anagenphase verlängert sich.
- Klinischer Effekt: Mehr Haare in der Wachstumsphase, höhere Haardichte, dickere Haarschäfte.
Profi-Tipp: Photobiomodulation wirkt ausschließlich auf noch lebende, reaktionsfähige Follikel. Wer wissen will, ob seine Follikel noch aktiv sind, braucht vor der Behandlung eine Trichoskopie, keine Selbsteinschätzung.
Wichtig: Dieser Mechanismus unterscheidet sich grundlegend von fraktionierten Lasern wie dem FoLix-System, das Mikrokanäle in der Kopfhaut erzeugt und damit Wundheilungsreaktionen auslöst. Beide Ansätze stimulieren Haarwachstum, aber auf verschiedenen Wegen.
Welche Lasersysteme gibt es, und was unterscheidet sie?
Die Gerätevielfalt ist groß. Grob lassen sich vier Kategorien unterscheiden:
LLLT-Geräte (Low-Level-Lasertherapie)
Klinische LLLT-Systeme arbeiten mit mehreren Lasermodulen, die gleichmäßig über die Kopfhaut verteilt werden. Wellenlänge: 630–670 nm, Leistung: wenige Milliwatt pro Diode, aber hohe Modulanzahl. Sitzungsdauer: 20–30 Minuten. Praxisgeräte mit standardisierten Protokollen liefern konsistentere Ergebnisse als Heimgeräte, weil sie höhere Intensität und bessere Kopfhautnähe bieten.

Heimgeräte (Helme, Kämme) sind deutlich leistungsschwächer. Sie sind bequem und erschwinglich, aber die klinische Evidenz für ihre Wirksamkeit ist dünner als für Praxissysteme.
Diodenlaser
Diodenlaser in Kliniken arbeiten mit höherer Leistungsdichte als klassische LLLT-Geräte. Sie eignen sich für gezielte Behandlungen einzelner Areale und werden oft in Kombination mit anderen Verfahren eingesetzt. Sitzungsdauer: 15–30 Minuten.
Fraktionierte Lasersysteme (z. B. FoLix)
FoLix und ähnliche fraktionierte Systeme arbeiten nach einem anderen Prinzip: Sie erzeugen winzige Mikrokanäle in der Kopfhaut, die Wundheilungssignale auslösen und die Durchblutung ankurbeln. Das Protokoll sieht typischerweise 3–6 Sitzungen im ersten Jahr vor, danach 1–2 Erhaltungssitzungen jährlich. Dieser Ansatz ist intensiver und kann leichte Rötungen verursachen.
LED- und Rotlichtkappen
Technisch gesehen kein Laser, sondern Leuchtdioden (LED). Günstigere Einstiegsoption für zu Hause, aber geringere Eindringtiefe und schwächere Evidenz. Für Patienten, die eine Klinikbehandlung ergänzen wollen, durchaus sinnvoll.
| Gerätetyp | Wellenlänge | Typische Sitzung | Evidenz | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Klinisches LLLT | 630–670 nm | 20–30 Min. | Gut belegt | Mittel bis hoch |
| Diodenlaser (Klinik) | 630–670 nm | 15–30 Min. | Gut belegt | Hoch |
| Fraktioniert (FoLix) | variabel | 30–45 Min. | Wachsend | Hoch |
| Heimhelm / Kamm | 630–670 nm | 20–30 Min. | Begrenzt | Niedrig bis mittel |
| LED-Kappe | 630–670 nm | 20–30 Min. | Schwach | Niedrig |
Für wen ist Lasertherapie geeignet, und wann wirkt sie nicht?
Positive Indikationen
- Androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) im Früh- bis Mittelstadium
- Diffuse Ausdünnung ohne vernarbende Grunderkrankung
- Unterstützende Behandlung nach einer Haartransplantation
- Patienten mit Unverträglichkeit oder Ablehnung von Minoxidil oder Finasterid
Kontraindikationen
- Vernarbende Alopezien (z. B. Lichen planopilaris, frontale fibrosierende Alopezie): Follikel sind dauerhaft zerstört, keine Regeneration möglich
- Vollständig inaktive Follikel in langjährig kahlen Arealen
- Aktive Hauterkrankungen auf der Kopfhaut (Psoriasis, Ekzeme im akuten Schub)
- Ungeklärte systemische Ursachen des Haarausfalls (z. B. Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel), die zuerst behandelt werden müssen
- Lichtempfindlichkeit oder Einnahme photosensibilisierender Medikamente
Diagnostik-Checkliste vor der Behandlung
Bevor Sie einen Termin buchen, sollten folgende Punkte abgeklärt sein:
- Trichoskopie: Beurteilung der Follikelaktivität und Kopfhautstruktur unter dem Dermatoskop
- Anamnese: Familiengeschichte, Verlauf des Haarausfalls, Medikamente
- Blutbild: Ferritin, Schilddrüsenwerte (TSH), Zink, Vitamin D, bei Frauen Hormonstatus
- Ausschluss vernarbender Alopezie durch Facharzt oder Dermatologe
- Fotodokumentation als Ausgangsbasis für spätere Verlaufskontrolle
Lasertherapie wirkt nur auf reaktionsfähige Follikel. Wer diesen Schritt überspringt und direkt mit der Behandlung beginnt, riskiert, Zeit und Geld in eine Therapie zu investieren, die biologisch gar nicht anschlagen kann.
Wie läuft eine Lasertherapie ab?
Vorbereitung
Vor der ersten Sitzung steht die Untersuchung: Trichoskopie, Fotodokumentation, Besprechung des Behandlungsplans. Die Kopfhaut sollte sauber und frei von Stylingprodukten sein. Manche Praxen empfehlen, die Haare kurz vor der Sitzung zu waschen.

Ablauf und Häufigkeit
Eine typische LLLT-Sitzung dauert 20–45 Minuten. Der Patient sitzt oder liegt entspannt, während der Laser gleichmäßig über die Kopfhaut geführt wird oder ein Helm aufgesetzt wird. Keine Schmerzen, kein Brennen, kein Ausfallzeit danach.
Das übliche Protokoll in deutschen Praxen:
- Intensivphase: 6–10 Sitzungen im Abstand von 1–2 Wochen
- Konsolidierungsphase: Monatliche Sitzungen über 3–6 Monate
- Erhaltungsphase: 1–4 Sitzungen pro Jahr, je nach individuellem Ansprechen
Fraktionierte Systeme wie FoLix haben kürzere Protokolle (3–6 Sitzungen im ersten Jahr), aber intensivere Einzelsitzungen.
Nachsorge

Direkt nach der Sitzung sind keine besonderen Maßnahmen nötig. Intensive Sonneneinstrahlung auf die Kopfhaut sollte für 24–48 Stunden vermieden werden. Topische Wirkstoffe wie Minoxidil oder spezielle Seren können in vielen Fällen kombiniert werden, das sollte aber mit dem behandelnden Arzt abgestimmt sein.
Profi-Tipp: Fragen Sie vor der Buchung konkret: Welches Gerät wird verwendet? Gibt es ein schriftliches Behandlungsprotokoll? Werden Vorher-Nachher-Fotos standardmäßig gemacht? Wer diese Fragen nicht klar beantworten kann, ist kein seriöser Anbieter.
Wann zeigen sich Ergebnisse, und was ist die Shedding-Phase?
Erste Veränderungen, meist ein Nachlassen des Haarausfalls, sind frühestens nach 3 Monaten spürbar. Sichtbare Zunahme der Haardichte zeigt sich typischerweise nach 6 Monaten, stabile und messbare Verbesserungen nach 6–12 Monaten kontinuierlicher Behandlung.
Eine randomisierte Studie zeigte nach 6 Monaten LLLT eine Zunahme der Gesamthaardichte von rund 8 % und einen Anstieg der Anagenrate von 77,4 % auf 83,7 % in der Behandlungsgruppe.
Was ist Shedding?
Zu Beginn der Behandlung kann es zu einem vorübergehenden verstärkten Haarausfall kommen. Das klingt beunruhigend, ist aber ein bekanntes Phänomen: Ruhende Follikel werden aktiviert und stoßen alte Haare aus, bevor neue nachwachsen. Dieser Shedding-Effekt dauert meist 4–8 Wochen und ist kein Zeichen, dass die Therapie nicht wirkt.
Realistische Erwartung: Lasertherapie stoppt oder verlangsamt den Haarausfall und kann die Haardichte erhöhen. Vollständig kahle Stellen füllen sich in der Regel nicht wieder auf. Wer das als Ziel hat, braucht eine andere Therapie.
Wie Patienten den Fortschritt selbst beobachten können:
- Regelmäßige Fotos unter gleichen Lichtbedingungen (alle 4–6 Wochen)
- Haardichte im Spiegel beurteilen, besonders an Scheitel und Schläfen
- Haarausfall beim Waschen und Kämmen subjektiv einschätzen
- Standardisierte Fragebögen, die viele Praxen anbieten, nutzen
Vorteile, Nachteile und mögliche Nebenwirkungen
Vorteile
- Nicht-invasiv, schmerzfrei, keine Ausfallzeit
- Gut kombinierbar mit PRP, Mesotherapie, Minoxidil oder nach Transplantation
- Kaum systemische Nebenwirkungen
- Geeignet für Patienten, die Medikamente vermeiden möchten
Nachteile und Grenzen
- Langfristiges Engagement erforderlich: Ohne Erhaltungsbehandlungen lässt der Effekt nach
- Begrenzte Wirkung bei fortgeschrittener Kahlheit
- Kosten summieren sich über Monate und Jahre
- Heimgeräte sind schwächer und weniger gut belegt als Klinikgeräte
Nebenwirkungen
Vorübergehende Rötung der Kopfhaut direkt nach der Sitzung ist die häufigste Reaktion und klingt innerhalb weniger Stunden ab. Leichte Wärme oder Kribbeln während der Behandlung sind normal. Schwere Reaktionen sind selten und meist auf Kontraindikationen zurückzuführen, die vor der Behandlung hätten erkannt werden müssen.
Red Flags vor einer Behandlung
- Klinik bietet Lasertherapie ohne vorherige Diagnostik an
- Versprechen von vollständiger Haarwiederbesiedelung kahler Stellen
- Keine Fotodokumentation, kein schriftliches Protokoll
- Druck zu teuren Langzeitpaketen beim Erstgespräch
- Keine Angabe des verwendeten Gerätetyps oder Protokolls
Wie sind die Kosten aufgebaut, und worauf sollten Sie achten?
Preise für Lasertherapie in deutschen Praxen variieren je nach Gerätetyp, Sitzungsdauer und Standort. Einzelsitzungen liegen häufig im Bereich von 50–150 €. Erstbehandlungspakete mit 6–10 Sitzungen kosten oft 400–1.200 €. Erhaltungsbehandlungen kommen jährlich hinzu.
Heimgeräte (Helme, Kämme) sind einmalig teurer in der Anschaffung (oft 200–800 €), sparen aber langfristig Klinikkosten. Die schwächere Evidenz sollte dabei einkalkuliert werden.
Was ein seriöser Kostenvoranschlag enthalten muss:
- Genaue Anzahl der geplanten Sitzungen und Abstände
- Gerätetyp und Protokoll (schriftlich)
- Kosten pro Sitzung und Gesamtpaketpreis
- Kosten für Erhaltungsbehandlungen
- Leistungen, die im Paket enthalten sind (Fotodokumentation, Nachsorge, Kontrollen)
- Stornierungsbedingungen und Laufzeit des Vertrags
Pakete sind oft günstiger pro Sitzung, binden aber auch. Wer noch unsicher ist, sollte mit einer Einzelsitzung oder einer kleinen Einheit beginnen, bevor er ein Jahrespaket unterschreibt.
Lasertherapie im Vergleich zu anderen Behandlungen
| Methode | Eignung / Indikation | Wirksamkeit (Evidenz) | Sitzungen | Komfort / Ausfallzeit | Nebenwirkungen | Kosten |
|---|---|---|---|---|---|---|
| LLLT / Lasertherapie | Androgenetisch, diffus, post-Transplantation | Gut belegt (Metaanalyse) | 6–48 über 6–12 Monate | Sehr gut / keine | Gering | Mittel bis hoch |
| PRP | Androgenetisch, Alopecia areata | Gut belegt | 3–6 pro Jahr | Gut / minimal | Gering | Mittel bis hoch |
| Mesotherapie | Diffus, androgenetisch | Moderat belegt | 4–10 pro Jahr | Gut / minimal | Gering | Mittel |
| Minoxidil (topisch) | Androgenetisch | Sehr gut belegt | Täglich (dauerhaft) | Sehr gut / keine | Gering bis moderat | Niedrig |
| Finasterid (oral) | Androgenetisch (Männer) | Sehr gut belegt | Täglich (dauerhaft) | Sehr gut / keine | Moderat (systemisch) | Niedrig |
| Haartransplantation | Fortgeschrittene Kahlheit | Sehr gut belegt | 1–2 Eingriffe | Eingeschränkt / Tage | Chirurgisch | Hoch |
Kombinationsbehandlungen machen in der Praxis oft mehr Sinn als Monotherapien. Laser und PRP wirken synergistisch: Der Laser erhöht die zelluläre Energie, PRP liefert Wachstumsfaktoren direkt an den Follikel. Wer Topika wie Minoxidil verträgt, kann diese parallel einsetzen.
Eine Haartransplantation ist die bessere Wahl, wenn die Kahlheit weit fortgeschritten ist und keine reaktionsfähigen Follikel mehr vorhanden sind. Lasertherapie kann nach einer Transplantation die Einheilungsrate verbessern und als Erhaltungstherapie dienen.
Wer pharmakologische Therapien vermeiden möchte oder diese nicht verträgt, findet in der Lasertherapie eine der wenigen gut belegten Alternativen.
Wie erkennen Sie eine seriöse Praxis für Lasertherapie?
Checkliste für die Anbieterauswahl
- Facharzt (Dermatologe) oder zertifizierter Spezialist führt die Diagnostik durch
- Trichoskopie und Fotodokumentation sind fester Bestandteil des Protokolls
- Gerätetyp und Hersteller werden transparent kommuniziert
- Schriftlicher Behandlungsplan mit Sitzungsanzahl, Abständen und Zielen
- Vorher-Nachher-Fotos von echten Patienten vorhanden (keine Stockfotos)
- Keine Heilsversprechen, realistische Ergebniskommunikation
Fragen, die Sie vor Ort stellen sollten
- Welches Gerät wird verwendet, und welche Wellenlänge hat es?
- Auf welchem Protokoll basiert die Behandlung, und gibt es Studien dazu?
- Wie wird der Fortschritt gemessen und dokumentiert?
- Was passiert, wenn ich keine Verbesserung sehe?
- Welche Nebenwirkungen sind möglich, und wie wird damit umgegangen?
- Wie sind die Stornierungsbedingungen bei Paketen?
Klinische Zentren, die mit standardisierten Messgrößen und Phototrichogramm arbeiten, liefern vergleichbare Ergebnisse und zeigen, dass ihnen Qualitätssicherung wichtig ist. Das ist ein verlässlicheres Zeichen als Hochglanzfotos auf der Website.
Eine Test-Sitzung oder eine Second Opinion beim Dermatologen sind keine Zeichen von Misstrauen, sondern vernünftige Schritte vor einer mehrmonatigen Behandlung.
Was sagen Studien wirklich zur Wirksamkeit?
Die Evidenzlage für LLLT bei androgenetischer Alopezie ist solide, aber nicht ohne Einschränkungen. Die bereits erwähnte Netzwerk-Metaanalyse von Gupta et al. zeigte einen mittleren Zuwachs von rund 67 Haaren auf einer definierten Fläche gegenüber Placebo. Das ist statistisch signifikant und klinisch relevant.
Zur Einordnung: Studien zu LLLT variieren stark in Protokoll, Gerätetyp und Messmethode. Sitzungszahlen zwischen 8 und 48 über 6–12 Monate sind in der Literatur dokumentiert. Direkte Vergleiche zwischen Studien sind deshalb schwierig. Wer Studienergebnisse liest, sollte immer auf Gerätetyp, Sitzungsanzahl und Messgröße achten.
| Indikation | Evidenzstärke | Anmerkung |
|---|---|---|
| Androgenetische Alopezie | Gut (mehrere RCTs, Metaanalyse) | Stärkste Datenlage |
| Alopecia areata | Moderat (wenige Studien) | Heterogene Ergebnisse |
| Chemotherapie-induziert | Begrenzt (Fallserien) | Keine robusten RCTs |
| Vernarbende Alopezie | Keine Evidenz | Kontraindiziert |
Die Anagenrate als Messgröße ist besonders aussagekräftig: In der randomisierten Studie stieg sie in der Behandlungsgruppe von 77,4 % auf 83,7 %, während die Kontrollgruppe keine vergleichbare Veränderung zeigte. Das bedeutet konkret: Mehr Haare befanden sich nach der Behandlung in der aktiven Wachstumsphase.
Einschränkungen der Studienlage: Viele Studien haben kleine Fallzahlen, kurze Beobachtungszeiträume und unterschiedliche Geräte. Langzeitdaten über mehr als 2 Jahre fehlen weitgehend. Für die Praxis bedeutet das: LLLT ist gut genug belegt, um es ernstzunehmen, aber nicht gut genug, um unrealistische Erwartungen zu rechtfertigen.
Wichtige Erkenntnisse
Lasertherapie bei Haarausfall ist eine gut belegte, nicht-invasive Option für Patienten mit androgenetischer Alopezie im frühen bis mittleren Stadium, die langfristig bereit sind, regelmäßige Sitzungen einzuplanen.
| Thema | Details |
|---|---|
| Wirksamkeit und Eignung | LLLT ist bei androgenetischer Alopezie am besten belegt; reaktionsfähige Follikel sind Voraussetzung. |
| Zeitrahmen für Ergebnisse | Erste Effekte nach 3 Monaten, stabile Verbesserungen nach 6–12 Monaten kontinuierlicher Behandlung. |
| Langfristiger Aufwand | Erhaltungsbehandlungen sind dauerhaft nötig; ohne sie lässt der Effekt nach. |
| Kombinationsnutzen | Laser plus PRP oder Minoxidil wirkt synergistisch und liefert in der Praxis bessere Ergebnisse als Monotherapie. |
| Myhair als Hilfsmittel | Myhair ermöglicht KI-gestützte Haaranalyse und Verlaufsdokumentation als Entscheidungshilfe vor und während der Therapie. |
Wann ich Lasertherapie empfehlen würde
Die Lasertherapie hat in der Diskussion über Haarausfall-Behandlungen lange ein Imageproblem gehabt. Zu viele Anbieter haben sie als Wundermittel verkauft, zu viele Patienten wurden enttäuscht. Das hat die Methode schlechter aussehen lassen, als sie ist.
Meine ehrliche Einschätzung: Ich würde Lasertherapie empfehlen für Patienten, die früh handeln, also im Stadium I–III nach Ludwig oder Norwood I–III, die keine systemischen Medikamente nehmen wollen oder können, und die bereit sind, die Behandlung als Dauerprojekt zu verstehen. Für diese Gruppe ist LLLT eine der wenigen gut belegten, verträglichen Optionen.
Wer hingegen seit Jahren kahle Stellen hat, keine Follikelaktivität mehr zeigt oder schnelle, sichtbare Ergebnisse erwartet, sollte das Gespräch direkt mit einem Dermatologen über PRP, Finasterid oder eine Transplantation suchen. Lasertherapie ist kein Ersatz für diese Optionen, wenn sie die medizinisch sinnvollere Wahl sind.
Kombinationstherapie ist fast immer die klügere Entscheidung. Laser plus PRP, Laser plus Minoxidil, Laser als Nachsorge nach Transplantation: Diese Kombinationen zeigen in der Praxis deutlich bessere Ergebnisse als jede Einzeltherapie. Wer nur eine Methode wählt, lässt Potenzial liegen.
Und wann sofort zum Arzt? Wenn der Haarausfall plötzlich und fleckig auftritt, wenn Entzündungen oder Narben auf der Kopfhaut sichtbar sind, oder wenn systemische Symptome wie Erschöpfung oder Gewichtsveränderungen dazukommen. Das sind keine Fälle für Lasertherapie, sondern für Diagnostik.
Myhair hilft Ihnen, den Überblick zu behalten
Wer eine Lasertherapie plant oder bereits begonnen hat, steht vor einer praktischen Herausforderung: Wie dokumentiert man den Verlauf objektiv, wenn die Veränderungen über Monate schleichend passieren?

Myhair löst genau dieses Problem. Die KI-gestützte Haaranalyse wertet Fotos Ihrer Kopfhaut aus, misst Haardichte und Haaranzahl in definierten Bereichen und macht Veränderungen sichtbar, die das bloße Auge leicht übersieht. Das ist kein Ersatz für die Trichoskopie beim Dermatologen, aber ein verlässliches Werkzeug für das Monitoring zwischen den Arztterminen.
Konkrete Anwendungsfälle: Ausgangsdokumentation vor der ersten Lasersitzung, Verlaufskontrolle alle 4–6 Wochen, Vorbereitung auf das Gespräch mit dem behandelnden Arzt. Myhair macht keine Heilsversprechen und stellt keine Diagnosen. Die Plattform hilft Ihnen, Ihre eigene Situation besser zu verstehen und fundierter zu entscheiden.
Starten Sie jetzt mit der Haaranalyse und legen Sie Ihre persönliche Ausgangsbasis fest, bevor Sie mit der Behandlung beginnen.
Weiterführende Quellen zur Vertiefung
Wer tiefer in die Evidenz einsteigen möchte, findet hier eine Auswahl verlässlicher Quellen. Achten Sie beim Lesen von Studien immer auf Gerätetyp, Sitzungsanzahl, Messgröße und Stichprobengröße. Eine Studie mit 30 Teilnehmern und 8 Sitzungen lässt sich nicht direkt mit einer Metaanalyse über mehrere hundert Patienten vergleichen.
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Gupta et al. (2018): Netzwerk-Metaanalyse zu LLLT bei androgenetischer Alopezie: Die bislang umfassendste vergleichende Analyse nicht-chirurgischer Therapien. Kernbefund: LLLT mit 92-prozentiger Wahrscheinlichkeit die wirksamste Methode in der Netzwerkanalyse.
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Randomisierte Studie zu LLLT (Thieme): Konkrete Messdaten zu Haardichte und Anagenrate nach 6 Monaten. Gut geeignet, um zu verstehen, wie Studien Fortschritt messen.
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IFUE: Low-Level-Lasertherapie bei Haarausfall: Klinische Übersicht zu Wirkmechanismus, Kombinationstherapien und Praxisprotokollen.
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Costhea Aesthetics: Diagnostik und Indikationsstellung: Praxisnahe Erläuterung, warum Trichoskopie vor der Behandlung unverzichtbar ist.
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Wikipedia: Haarausfall: Solider Einstieg in Formen, Ursachen und Fachbegriffe (Effluvium, Alopezie), bevor man in die Therapiediskussion einsteigt.
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Gesundheitsportal Österreich: Haarausfall: Übersichtliche, laienverständliche Darstellung von Ursachen und Behandlungsoptionen aus medizinischer Perspektive.
Hinweis: Dieser Artikel liefert allgemeine Informationen und ersetzt keine ärztliche Beratung. Lassen Sie Ihren Haarausfall vor jeder Behandlung von einem Dermatologen diagnostizieren.
